Lieber Peter Blum

Lieber Peter[1]!                                             8.12.2013

Das Buch „The Ferner Paintings“ hat mich zu einigen Überlegungen angeregt, die ich dir hier übermittele.

In dem Buch, das du nun herausgegeben hast, gibt es eine Vielzahl von Bezügen und Anspielungen auf das Werk selbst, die sich mir erst nach und nach erschließen.

So ist das Buch in Leinen gebunden und trägt auf dem Umschlag Namen und  Titel; der durchsichtige Schutzumschlag aus Kunststoff  legt einen Kreis auf das Buch und spiegelt die Beziehung von Kreis und Titel. Der Inneneinband zeigt ein Foto eines Gletschers, was die eine spezielle Bedeutung von „Ferner“ aufgreift. Die Farbe des Leineneinbandes entspricht der Farbe der Leinwand oder der gemalten Kreise. Der Text von Erich Franz schließlich, der die „Paintings“ vorstellt, setzt die Reihe in den Kontext der europäischen und asiatischen Kunst. Mehr kann man nicht leisten.

Ich selbst habe eine andere Betrachtungsweise, denn ich bin ja ein Schreiber und sehe die anderen Bezüge; diese habe ich in dem Essay aufgeschrieben.

Schon mehrere Male habe ich für und über Helmut Federle geschrieben – ich bin auch, wie wir festgestellt haben, sein „ältester“ Freund. Kennengelernt haben wir uns an einem Abend bei der Art in Basel, denn bei dem Ausflug, der sich an den Besuch der Messe anschloss, saß ich in einem Restaurant ihm gegenüber.  Er fragte mich nach meinem Wohnort und da er kurz vorher an der Cité Internationale des Arts in Paris gewesen war und dort den saarländischen Schriftsteller Ludwig Harig kennengelernt hatte, der im selben Ort wohnte, wie ich selbst, war das Gespräch in eine gute Richtung gelenkt.

Damals war er erst an wenigen Ausstellungen beteiligt gewesen. So war meine Wertschätzung seiner Arbeit eine ganz unabhängige, was sich auch in der Folge immer wieder gezeigt hat.

Der Titel eines seiner Bilder ist ein Zitat aus einem meiner Bücher; zu einigen dieser Bücher hat er das Cover entworfen; auf dem Umschlag von „Theräß“ ist ein Bild von Helmut; in dem ersten Band meiner „Enzyklopädie“ ist „The Death of Wladimir Majakowskij“ das Frontispiz – so dokumentiert sich unsere Freundschaft in vielen Details.

 "Theräß"

Theräß
(1982)

Ich habe mich oft mit dem Gegensatz Malen – Schreiben in Bezug auf Helmuts Arbeiten auseinander gesetzt, denn es ist eine grundlegende, vielleicht auch beklemmende Frage. In den „Ferner Paintings“ neigt er sich ein wenig der Schrift zu und Elemente des Schriftlichen ergänzen sein Malen in einer – für mich – wunderbaren Weise.

E.

Zu „Federles Ferner Paintings


[1] Peter Blum, ist Galerist und Kunstsammler. Er führt in New York die Peter Blum Gallery und hat von Helmut Federle das Buch „5 + 1“ publiziert (1990). [Dessen Cover hat mich zu dem Umschlag meiner „Quintessenz“ und meiner „Schreibübung“ inspiriert.] Er stellte ihn mehrere Male aus; zuletzt und Anlaß dieses Briefes: The Ferner Paintings (2013-2014) mit einer begleitenden Publikation und einem Text von Erich Franz („Inneres Sehen – Inner Seeing“); New York 2013.

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