Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft


Die Vergangenheit trägt deine Erinnerung. So oft wird sie erwähnt, genannt, so oft wird auf sie Bezug genommen: dieses Jahr, jenes Jahr, vor der Geburt der Kinder, ein wenig später, oder ich weiß es nicht mehr. In welchem Jahr ist der Großvater, ist der Vater gestorben oder deine Mutter?

Du kannst deine Erinnerung, als deine Vergangenheit, berühren, an dich nehmen, sie annehmen, die Schläge und daraus die Leichtigkeit erzeugen. Denn du hast all das bestanden, überstanden.

Bilder und Wörter. Eine scharf gebogene Sichel über dem Horizont oder der ganze Mond, heraufziehend und die Spiegelung im ruhigen Meer, nichts anderes als darauf zurückkommen und in diesem Augenblick selbst sich bereits erinnern, als mögliche spätere Erinnerung in jenen Kasten legen, in dem du deine Souvenirs, deine Fundstücke verwahrst.

Ist es eine goldene Kette am Hals oder nur eine Bewegung mit allen Einzelheiten, die Wärme des Tages, das Kleid, dein Hemd oder dein Mantel, die Musik genau in jenem Augenblick im Radio. Details, die eine große Bedeutung erlangen, weil sie Zeugen sind für dich, für niemanden sonst. Deine eigenen, deine eigensten Stücke, Fundstücke vom Strand, von den Wellen angeschwemmt an einem Tag, in einer Stunde, zu dir.

Andere Wellen, andere Ereignisse, in den Gesprächen immer wieder genannte, immer wieder zitierte Gegebenheiten, Wunschgedanken oder deine Schmerzen, Qualen erlitten durch die eigene Familie oder durch fremde Personen. So ziehst du durch dein Leben, so baust du mit jedem Augenblick am eigenen Atoll.

Wer wären wir ohne das Zurückliegende, auf das wir uns stützen und das uns erdrücken will. Nur wenn wir uns aus dem höchsten Druck, den wir verspürt haben, für uns unsere eigene Geschichte gemacht haben, alles dazu verwendet haben mit unserer eigenen Kraft, dem Willen der Verzweiflung, dann entsteht eine Balance, aus dem Vergangenen und dem Zukünftigen – die wir weitergeben können.

Ausgleich zwischen dem Dunkelsten, das wir kennen und der Zuversicht, für den nächsten Tag, für den nächsten Morgen, auch wenn wir ihn nicht mehr erleben sollten. Gegenwärtig in einem einzigartigen Widerspruch.

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