Die Abenteuer im Kopf

23.7.2009

Lieber Holger!

Hier gibt es keine Abenteuer. Die Sonne geht auf und wandert über den Himmel. Hinter dem Olymp geht sie unter  in einem Strahlenkranz, einige Wolken gesellen sich dazu. Morgen geht das genauso weiter, vielleicht ist die Hitze etwas größer, und wenn wir Glück haben, ist das Meer genauso ruhig, glatt und nicht zu kühl, wie heute. Die kleinen Wellen schlagen auf den Strand, die Menschen sitzen unter ihren Sonnenschirmen
oder cremen sich ein. Auf dem Campingplatz putzen sie ihre Zelte und die ausgelegten Abdeckungen, wie Teppiche davor…

Die Abenteuer geschehen im Kopf. Wer kommt zu dir und sagt „Ich heiße Ilona“ und die Windungen im Gehirn sind zu höchster Aktivität angeregt. „Ich heiße Ilona und ich lerne dich jetzt kennen!“ Sind es die Sonnenstrahlen, oder ist es die Körpermassage: hier oder anderswo? Anderswo, wo du natürlich nicht sein kannst, es wäre ja hier, wo du bist. Anderswo, wo du es dir erträumen, vorstellen, ersehnen kannst, anderswo, wo du deine Ruhe findest oder alle Erregungen, Reize, – die Initiation, die Einweihung zu einem gelebten Traum oder einem geträumten Leben.

Dazu gehören die Berichte, die du von Mal zu Mal zurückbringst, so als wären diese Ereignisse irgendwo – anderswo – wirklich geschehen.

Die wirklichen Abenteuer geschehen im Kopf, wenn du zurückschaust, wenn du den Kopf ein wenig zur Seite wendest, um darüber nachzudenken, was mit dir geschieht.

Oder am Nachmittag ein Glas Ouzo trinken, mit Eis vermischt, den Wind über die Haut streichen fühlen, was träumst du von diesem Anderswo, das sich immer entziehen wird, das immer über diesem Horizont, über dem Meer oder jenseits der Kaimauer zeigen,  und dann erahnen läßt.

Wo sind wir schließlich angekommen, wohin reisen wir, wohin reisen wir weiter, was ist der nächste Halt?

Du läßt dich hin- und hertreiben, du blickst zu den Wolken hoch, hell und strahlend, alles bewegt sich.

E.

Holger Milch. Er beschäftigt sich immer noch mit der Optimierung
von Geschäftsprozessen. Er liebt immer noch das Gespräch.
2007 habe ich ihm den Text „Das Erdbeben von Athen“ gewidmet.

 

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